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ACEPC AK1 oder noch ein PC

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Noch ein Testbericht, noch ein Computer, wieder einer auf Intel-Basis. Diesmal ein etwas ungewöhnlicher, aber durchaus interessanter Rechner. Er hat zwar auch seine Schwächen, ist aber trotzdem eine durchaus brauchbare Option.
Ich werde ihn mir ansehen, auseinandernehmen, testen, ein wenig nachbessern und dann noch einmal testen.

Zunächst sollte ich wohl erwähnen, dass dieser Computer nicht auf dem weit verbreiteten Prozessor (SoC) Z8xxx basiert, sondern auf dem Intel Celeron J3455 mit Apollo-Lake-Kern. Dieser Prozessor ist natürlich auch nicht mehr ganz neu und ebenfalls eher günstig, aber eindeutig besser als die oben genannte Variante – zumindest dank der höheren Leistung und der SATA-Unterstützung.
Übrigens wurde genau mit diesem Prozessor auch der Vorke V1 Plus gebaut, den ich vor Kurzem getestet habe. Damals hatte ich mich allerdings über die starke Überhitzung beschwert (die sich zwar beheben ließ). Mal sehen, wie es hier damit aussieht.

Technische Daten
Betriebssystem: Windows 10
Prozessor: Intel Celeron „Apollo Lake“ J3455, 1,5 GHz (2,3 GHz im Turbomodus)
Grafik: Intel HD Graphics 500
Arbeitsspeicher: 4 GB
Interner Speicher: eMMC 32 GB
SATA – 1 x SATA 3 Gbit/s + 1 x mSATA
LAN – Gigabit-LAN
WLAN – 2,4/5 GHz
Bluetooth 4.0
Bildausgang: HDMI 1.4
Externe Schnittstellen: 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x USB Type-C, microSD
Audioausgang – 3,5-mm-Klinke
Abmessungen: 128 x 128 x 37
Gewicht: 957 g

Der Computer wird in einem recht großen Karton geliefert, auf dem die wichtigsten technischen Daten angegeben sind.


An der Verpackung gibt es nichts auszusetzen, alles ist sehr ordentlich. Das Zubehör liegt in zwei kleinen Pappschachteln, und der Computer selbst ist zusätzlich in Schaumstoff eingewickelt.


Auch der Lieferumfang ist völlig in Ordnung.
1. Computer ACEPC AK1
2. Netzteil
3. HDMI-Kabel
4. VESA-Halterung
5. Anleitung

Der wesentliche Unterschied beim Lieferumfang ist die VESA-Halterung, mit der sich der Computer an der Rückseite eines Monitors befestigen lässt (sofern der Monitor eine entsprechende Aufnahme hat und diese nicht bereits belegt ist).


Die Anleitung ist komplett auf Englisch, enthält aber so viele Abbildungen, dass sich vermutlich auch ein absoluter Anfänger zurechtfindet.
Das HDMI-Kabel ist ganz gewöhnlich. Da sich der Computer am Monitor befestigen lässt, hätte man auch noch ein zweites, kurzes Kabel beilegen können.


Das Netzteil liefert 12 V und 2,5 A und hat einen abnehmbaren Netzstecker. Im Lieferumfang ist allerdings nur ein Stecker enthalten – der, den man bei der Bestellung ausgewählt hat. In jedem Fall ist das besser als ein Adapter. Im Betrieb wird das Netzteil kaum mehr als handwarm, selbst wenn der Computer unter Volllast läuft.
Die Halterung ist so konstruiert, dass man sie zuerst am Monitor festschraubt und anschließend den Computer daran einhängt.


Mein erster Gedanke beim Anblick dieses Computers: Der ist verdächtig groß. Genauer gesagt: eher „dick“.


Und tatsächlich: Der Computer ist insgesamt etwa 53 mm hoch und nicht 36 mm, wie in den technischen Daten angegeben.


1. Auf der Vorderseite stehen nur der Firmenname und die Modellbezeichnung.
2. Rechts befinden sich der Einschaltknopf, der Speicherkartensteckplatz, zwei USB-3.0-Anschlüsse und ein USB-2.0-Anschluss.
3. Auf der Rückseite befinden sich der Stromanschluss, USB 2.0, USB Type-C sowie HDMI, Ethernet und ein analoger Audioausgang.
4. Links gibt es nichts.


Auf der Unterseite sind neben den vier Gummifüßen ein Fach für den Einbau eines SATA-Laufwerks, zwei Verriegelungen und die Bohrungen zur Befestigung an der VESA-Halterung zu sehen.


Das Geheimnis der großen Bauhöhe liegt darin, dass das Gerät aus zwei Teilen besteht. Der untere Teil ist ein Modul für den Einbau einer Festplatte, der Computer selbst wird oben daraufgesetzt. Eine etwas ungewöhnliche Lösung, die aber das Gehäuse kompakter macht, wenn keine Festplatte verwendet wird. Meiner Meinung nach hat diese Konstruktion den Preis des Geräts allerdings nur erhöht – auch wenn sie zugleich die Erwärmung der übrigen Komponenten durch das eingebaute Laufwerk verringert.


Der zweite Gehäuseteil, also der Computer selbst, hat eigene Gummifüße und Bohrungen zur Befestigung an der Halterung.


Die elektrische Verbindung erfolgt über einen Anschluss, der äußerlich ein wenig an USB Type-C erinnert, tatsächlich aber ein improvisierter SATA-Anschluss ist. Im Laufe des Tests werde ich das Zusatzmodul auseinandernehmen, vorerst beschränke ich mich aber auf eine äußere Begutachtung.


Das Gehäuse ist rundherum blau beleuchtet. Sie leuchtet nicht besonders hell. Ich musste sogar ohne Blitz fotografieren, damit man sie überhaupt sieht.


Wie üblich habe ich das Gerät erst nach den Tests zerlegt, zeige die Demontage der besseren Übersicht halber aber schon vorher.
Das Gerät lässt sich ziemlich einfach zerlegen: vier Füße, vier selbstschneidende Schrauben, ein paar nicht besonders feste Clips – fertig.


An der oberen Abdeckung ist die LED für die Gehäusebeleuchtung befestigt. Zum Glück ist die Konstruktion modular, deshalb habe ich sie gleich abgesteckt, damit sie mir nicht im Weg ist.


Als Erstes sollte man wohl das ziemlich durchdachte Kühlsystem erwähnen. Die aktive Kühlung nimmt einen recht großen Teil des Gehäuses ein. Durchdacht ist sie aber aus folgenden Gründen:
1. Der Lüfter kann sich vollständig abschalten.
2. Das Gehäuse ist groß genug, und zwischen Abdeckung und Lüfter ist Abstand, was die Luftaufnahme verbessert.
3. Das Gehäuse hat viele Lüftungsöffnungen, die praktisch rundherum angeordnet sind.
4. Das Kühlsystem ist so ausgelegt, dass der größte Teil der warmen Luft aus dem Gehäuse herausgeblasen wird.


An die linke Gehäusewand sind zwei WiFi-Antennen geklebt. Sie sind aber über Steckverbinder angeschlossen, sodass es beim Zerlegen auch damit keine Probleme gab.


Wir trennen die Antennenstecker und nehmen die Platine aus dem Gehäuse.


Im hinteren Bereich des Gehäuses befindet sich ein mSATA-Anschluss für eine SSD. Es ist etwas seltsam, in einem neuen Computer nicht den inzwischen üblichen M.2-, sondern den älteren mSATA-Anschluss zu sehen. Aber besser so als gar nichts.


Auf der Unterseite ist fast nichts.


Abgesehen vom SATA-Anschluss, der Batterie und dem EEPROM-Chip. Der SATA-Anschluss ist zusätzlich zu seinen recht dicken Anschlüssen mit etwas Epoxidharzähnlichem fixiert.


Wie ich schon geschrieben habe, ist das Kühlsystem so ausgelegt, dass ein Teil der warmen Luft durch die oberen Öffnungen aus dem Gehäuse geblasen wird. Dafür ist die rechte Seite der Abdeckung leicht nach außen gewölbt.


Auf der gegenüberliegenden Seite sitzt ein kleiner Lüfter. Bei voller Leistung hört man ihn, aber als besonders laut würde ich ihn nicht bezeichnen. Im normalen Betrieb ist er die meiste Zeit entweder ganz ausgeschaltet oder läuft mit minimaler Drehzahl.
Interessanterweise sind die Stecker zusätzlich mit etwas stoffbandähnlichem Material abgeklebt.


Wahrscheinlich gibt es eine „erweiterte“ Version dieses Computers, denn an der Seite ist Platz für einen VGA-Anschluss, der hier aber nicht bestückt ist.


Wir lösen die drei Schrauben und nehmen den Kühlkörper ab. Darunter kommen zwei ziemlich dicke Wärmeleitpads aus wärmeleitendem Gummi zum Vorschein, etwa 2.2 mm stark. Eines leitet die Wärme vom Prozessor ab, das andere dient eher als Stoßdämpfer, statt die Wärmeableitung zu verbessern.


Die Platine im „Rohzustand“ sieht ziemlich ordentlich aus. Das Einzige, was den Eindruck stört, sind die Rückstände des Wärmeleitgummis. Der Kühlkörper ließ sich deshalb nur widerwillig abnehmen.


1. Prozessor (SoC) Celeron J3455
2. Zwei RAM-Chips mit jeweils 2 GB. Der Speicher stammt von SKhynix.
3. eMMC-Chip von Samsung. Die Geschwindigkeit werde ich später testen, aber Speicher dieser Marke ist meistens ziemlich flott.
4. Flash-Speicher für das BIOS.
5. SuperIO-Chip ITE8987E
6. Kartenleser-Controller RTS5170 von Realtek.


1. WiFi-Modul von Intel – klein, aber fein :)
2. EJ898. Dieser Chip ist mir zum ersten Mal begegnet. Es handelt sich um einen PD-2.0-Controller (Power Delivery), mehr dazu gibt es hier. Soweit ich das beurteilen kann, läuft die Stromversorgung über USB Type-C genau über ihn.
Darunter befindet sich der EEPROM-Chip, darüber und rechts davon der Chip für Gigabit-Ethernet.
3. Mehrkanaliger Spannungscontroller.
4. Ein paar kleine MOSFETs neben dem Einschaltknopf.


1. HS-100B von C-Media, analoger Audioausgang. Darunter sieht man einen unbestückten Platz für einen weiteren Chip: einen DisplayPort-VGA-Konverter. Den Ausgang bekommt man also nicht einfach durch Einbau einer Buchse.
2. P13USB, soweit ich das beurteilen kann, ein USB-Hub.
3. Ein weiterer Spannungswandler neben den RAM-Chips.
4. Flash-Speicher auf der Unterseite der Platine.


Bei den Schutzbauteilen für HDMI und USB wurde dagegen gespart: Nicht alle Plätze sind bestückt.


Noch ein Foto der Platine. Rechts sieht man einen Anschluss neben dem Einschaltknopf. Wofür er gedacht ist, weiß ich nicht; ich vermute, zum Anschluss der Frontblende.


Das BIOS des Computers ist fast vollständig abgespeckt. Es gibt nur Einstellungen zur Auswahl des Bootmediums. Leider wurde auch die Option entfernt, den Computer beim Anlegen der Versorgungsspannung automatisch zu starten.


Der Desktop ist im Auslieferungszustand praktisch leer. Warum auch immer war eine Auflösung von 1024kh768 eingestellt, die gewünschte Auflösung musste ich von Hand auswählen.


Windows wurde direkt nach der Verbindung mit dem Internet automatisch aktiviert.


Der größte Schwachpunkt dieses Geräts ist der nur 32 GB große Flash-Speicher, von dem etwa 19 GB frei sind. Das ist „ein bisschen wenig“. Für das Betriebssystem reicht es zwar, aber bei der Installation zusätzlicher Software – besonders, wenn sie „schwergewichtig“ ist – gibt es Probleme. Mit der Zeit wird der Speicherplatz immer wieder knapp. Eine Möglichkeit wäre, eine Festplatte oder SSD einzubauen und entweder einen Teil der Ordner dorthin zu verschieben oder gleich das Betriebssystem darauf zu installieren und den eMMC-Speicher als Zusatzspeicher zu nutzen.


Informationen aus CPU-Z. Hier gibt es nichts Neues, denn der Prozessor ist alles andere als neu.


Mit den Tests wollte ich zunächst die Geschwindigkeit mit verschiedenen Laufwerken und Schnittstellen prüfen. Doch zuerst ein paar Worte zum Modul für den Einbau einer Festplatte.
Wie oben erwähnt, besteht das Computergehäuse im Grunde aus zwei Teilen. Im unteren Teil befindet sich ein Schacht für eine Festplatte oder ein beliebiges SATA-Laufwerk im 2,5-Zoll-Format.


An die Innereien kommt man genauso heran wie beim Zerlegen des Computers: vier Füße und vier Blechschrauben entfernen.


Ich muss zugeben: Bei der ersten Begutachtung dachte ich tatsächlich, der Hersteller hätte USB nach außen geführt und im Inneren des Moduls einen USB-SATA-Konverter eingebaut. Aber alles war viel einfacher und banaler: Innen gibt es nur Kabel und eine Platine, ganz ohne elektronische Bauteile. Die Konstruktion ist einfach und ordentlich, Fragen wirft sie keine auf. Die Stecker passen perfekt zusammen, zumal sie kein Spiel haben, sondern fest sitzen. Ich hätte es allerdings wahrscheinlich nicht so gemacht.


In einem meiner Tests des Vorke-Computers hatte ich mich darüber beschwert, dass meine 9,5 mm dicke Testfestplatte nur mit Ach und Krach hineinpasst. Hier gibt es dieses Problem nicht. Nach dem Einbau wird sie von der Abdeckung gehalten, an der zwei Gummistücke aufgeklebt sind. Sie passt problemlos hinein.


Zuerst die Tests mit CrystalDiskMark Version 5.
1. Der integrierte eMMC-Speicher hat eine ordentliche Lesegeschwindigkeit, aber eine durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit.
2. Mit einer externen Festplatte am USB-3.0-Anschluss ist alles bestens – sowohl bei der Geschwindigkeit als auch beim Betrieb allgemein.
3. Der Kartenleser ist dagegen ziemlich langsam. Ich habe eine recht schnelle Speicherkarte getestet und bin etwas überrascht, dass moderne „Atome“ selbst ohne separaten Chip zwei- bis dreimal schneller sind als diese Lösung.
4. Auch beim Anschluss einer Festplatte über SATA gab es keine Probleme. Die Geschwindigkeit ist etwas niedriger als über USB 3.0, entspricht aber tatsächlich eher dem, was man von dieser Festplatte erwarten kann.


Zusätzlich zum oben gezeigten Test prüfe ich den eMMC-Speicher auch mit CrystalDiskMark Version 3.x. Ich sammle die Vergleichswerte schon seit Langem und muss deshalb die alte Programmversion verwenden, denn die Ergebnisse der alten und der neuen Version unterscheiden sich etwas.
Der hier getestete Computer und zwei der zuletzt von mir getesteten Modelle, in diesem Fall von Beelink.
Die Schreibgeschwindigkeit ist ungefähr gleich, bei der Lesegeschwindigkeit liegt das hier getestete Modell aber weit vorn.


Und zum Vergleich ein Screenshot aller getesteten Computer:
Voyo Vbook V2
Beelink AP42
Voyo V1 (eMMC)
CHUWI HiBox
Beelink BT7
Pipo X10
Pipo X9
Pipo X7
Pipo X7S
MeeGoPad T02
Pocket P1
Vensmile W10
Teclast X98 Pro
MeeGoPad T03
Wintel Pro CX-W8



Der Cinebench-Test hat nichts Neues gezeigt. Na gut, doch, hat er. Normalerweise führe ich diesen Test zweimal durch: vor und nach einem Grafikkartentreiber-Update. Meistens bringt das Update einen Leistungszuwachs. In diesem Fall hat sich nichts geändert, es kam mir sogar so vor, als wäre es schlechter geworden. Deshalb sind hier die Ergebnisse des ersten Tests mit den Versionen 11 und 15 zu sehen.


PassMark bescheinigte eine geringere Leistung als dem Vorke. Die niedrigeren Punktzahlen lagen aber hauptsächlich daran, dass hier ein eMMC-Speicher zum Einsatz kommt, während der Vorke eine SSD hat.


Im 3DMark-2006-Test war die Leistung dagegen sogar etwas höher: 4000 gegenüber 3758 beim Vorke. Eine Überhitzung gab es dabei nicht.


Nach dem Start der neuen 3DMark-Version bestätigten sich die Ergebnisse: Auch hier waren es 396 gegenüber 372 beim Vorke. Der Unterschied ist natürlich winzig, aber immerhin zugunsten dieses Computers.


In den Kommentaren wurde ich gebeten, zusätzlich mit Cinebench zu testen. Das ist für mich kein großer Aufwand, deshalb wird dieser Test ab jetzt in allen Mini-PC-Reviews dabei sein.


Der Computer bietet zwei Möglichkeiten für die Verbindung mit dem lokalen Netzwerk: eine kabelgebundene Gigabit-Schnittstelle und Dualband-WiFi. Für die kabelgebundene Verbindung kommt ein Chip von Realtek zum Einsatz, für die drahtlose ein WiFi-Modul von Intel.


Die WiFi-Empfangsempfindlichkeit ist nicht besonders hoch. Das Programm fand nur 23 Zugangspunkte; der Vorke mit demselben Modul zeigte am selben Ort 32 an.


Im 2,4-GHz-Band ist die Geschwindigkeit innerhalb des Zimmers praktisch gleich, egal ob der Computer in der gegenüberliegenden Ecke oder einen Meter vom Router entfernt steht: Sie liegt bei etwa 25–30 Mbit.
Das 5-GHz-Band ist deutlich schneller. Bei etwa 2–3 m Abstand zum Router und einem Hindernis dazwischen wurden rund 125–150 Mbit erreicht.


Bei einer kabelgebundenen Verbindung schwankt die Geschwindigkeit zwischen 400 und 700 Mbit. Für eine 1-Gbit-Schnittstelle ist das nicht gerade viel.



Da der Prozessor schon recht bekannt ist, liefern die oben genannten Tests normalerweise ähnliche Ergebnisse. Für mich ist deshalb vor allem der Test auf Überhitzung wichtig, denn die meisten Computer dieser Art haben gerade bei der Kühlung Probleme.
Zuerst habe ich den Netzteiltest (Mathematik und 3D) in OCCT gestartet. Nach 55 Minuten erreichte die Temperatur maximal 82 Grad, und der Prozessor senkte dabei seinen Takt nicht.


Im LinX-Test stieg die Temperatur dagegen auf 91 Grad. Da die Leistung nicht zurückging, kann man aber sagen, dass es auch kein Throttling gab. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass die Temperatur nahe an den oberen Grenzwert herankam.


Als Experiment beschloss ich, eine kleine Änderung vorzunehmen und dabei gleich zu sehen, wie aufwendig das ist.
Wie oben erwähnt, ist das wärmeleitende Gummi etwa 2,2 mm dick. Deshalb wollte ich zuerst eine Variante mit dünnem Gummi (0,5 mm) und einem Aluminiumplättchen (etwa 1,8 mm) ausprobieren. Leider führte die leichte Krümmung des Plättchens zusammen mit der geringen Kompression des Gummis dazu, dass der Kühlkörper schief saß. Ohne Gummi wollte ich es wegen der nicht ganz ebenen Oberfläche des Plättchens ebenfalls nicht versuchen. Ein passendes, aber ebenes Plättchen hatte ich nicht :(


Letztendlich brach ich aus irgendeinem Netzteil ein Stück eines improvisierten Kühlkörpers mit 0,9 mm Dicke heraus, ergänzte es um ein Stück hochwertiges wärmeleitendes Gummi mit 1 mm Dicke und beschloss, diese Kombination zu verwenden – dazu Wärmeleitpaste zwischen Plättchen und Kühlkörper.


Auf den Prozessor kommt das wärmeleitende Gummi, darauf das Aluminiumplättchen und anschließend Wärmeleitpaste. Dieser Aufbau ist natürlich ziemlich umständlich, aber für das Experiment sollte er reichen.
Ein deutlich besseres Ergebnis hätte ein etwa 1,5–1,6 mm dickes Plättchen mit einfach nur Wärmeleitpaste gebracht.


Und jetzt die Wiederholungstests.
In OCCT sank die Temperatur um 6 Grad.


In LinX waren es 7 Grad. Da es aber auch vorher keine Überhitzung gab, blieb die Leistung auf dem bisherigen Niveau.


Als zusätzliches Experiment führte ich noch den CPU-Test in OCCT durch. Dabei stellte sich heraus, dass sich diese Prozessoren in diesem Modus stärker erwärmen als im kombinierten CPU+GPU-Test, obwohl es früher genau umgekehrt war. Offenbar muss ich künftig beide Tests durchführen, um die maximale Temperatur genau zu bestimmen. In diesem Modus erreichte die Temperatur 90 Grad. Berücksichtigt man den Umbau, hätte die ursprüngliche Temperatur bei diesem Test zuvor etwa 96–97 Grad betragen.
Zur Erinnerung: OCCT und LinX gehören zu den Extremtests. Im Alltag wird ein Computer nur selten einer solchen Belastung ausgesetzt.

Nach dem Umbau schaltet sich der Lüfter noch seltener ein und ist die meiste Zeit ausgeschaltet.


Da die Videodekodierung hardwareseitig erfolgt, liegt die CPU-Auslastung bei der Wiedergabe einer 4K-Datei mit einer Bitrate von 100 Mbit/s bei etwa 10 %. Die Datei wurde von einer Speicherkarte abgespielt, die über einen USB-3.0-Kartenleser angeschlossen war.


Von Full HD muss man gar nicht erst reden: Die Auslastung liegt bei etwas über zwei Prozent.


Als Ergänzung habe ich nebenbei den Gesamtstromverbrauch in verschiedenen Betriebsmodi gemessen.
1. Ausgeschaltet.
2. Desktop
3. Wiedergabe eines 4K-Videos.
4. Maximale Auslastung durch den OCCT-Test.
Im letzten Fall kann der Verbrauch auf bis zu 15 W steigen, wenn der Lüfter mit voller Drehzahl läuft. Mit einer eingebauten Festplatte erhöht sich der Verbrauch je nach Betriebsmodus um weitere 1–2 W.


Die meisten Testergebnisse sind in einer Tabelle zusammengefasst. Im Durchschnitt ist die Leistung ungefähr so hoch wie beim Vorke V1 Plus, den ich im Test erwähnt habe. Allerdings basieren beide auf derselben Hardware, einen großen Sprung hatte ich also auch nicht erwartet. Dass das Kühlsystem hier deutlich besser arbeitet als beim Vorke, muss man aber wohl anerkennen.


Ganz zufällig habe ich einen „Crush-Test“ gemacht. Genauer gesagt habe ich nicht einmal mitbekommen, in welcher Testphase das passiert ist.
Der untere Teil wird mit vier Rastnasen befestigt, die sich über Schieber an der Unterseite des Gehäuses lösen lassen. Irgendwann fiel mir auf, dass der untere Teil nicht mehr so fest saß. Wie sich herausstellte, hatte ich drei der vier Rastnasen abgebrochen. Wahrscheinlich ist das beim Testen der Festplatte passiert, als ich den oberen Teil von der „Basis“ abnahm und wieder aufsetzte. Das zeigt, dass die Rastnasen nicht besonders stabil sind und beim Versuch, die beiden Hälften im geschlossenen Zustand zu trennen, abbrechen können.


Jetzt ziehe ich mein Fazit.
Zu den positiven Punkten zählen die recht gute Leistung, keine Überhitzung im normalen Betrieb, die Möglichkeit, mSATA- und SATA-Laufwerke einzubauen, eine gute Geschwindigkeit im 5-GHz-Band, ein stabiler Betrieb und das vorinstallierte Betriebssystem. Außerdem gibt es nicht nur vier USB-Anschlüsse, sondern auch einen USB-Type-C-Anschluss.
Da die Festplatte in einem praktisch separaten Gehäuse sitzt, bleibt sie außerdem definitiv kühler als beim Vorke, wo sie direkt an der Hauptplatine anliegt.
Eine nette Zugabe ist die mitgelieferte VESA-Halterung.

Nun zu den weniger erfreulichen Punkten. Ärgerlich ist vor allem, dass sich der Arbeitsspeicher nicht erweitern lässt – 4 GB sind also das Maximum. Auch 32 GB Flash-Speicher sind nicht gerade viel; 64 GB wären wünschenswert. Das würde allerdings den Gesamtpreis erhöhen, und darüber lässt sich streiten. Wahrscheinlich ist es einfacher, eine SSD nachzurüsten und das System darauf zu installieren.
Das WLAN im 2,4-GHz-Band lief zwar stabil, die Geschwindigkeit in den Tests war aber nicht besonders hoch.
Der Einbau der Festplatte in ein externes Gehäuse wirkt sich positiv auf ihre Temperatur aus, die Steckverbindung ist mechanisch jedoch eine Schwachstelle. Der Hersteller hätte meiner Meinung nach breitere Rastnasen verwenden sollen.

Unterm Strich ist der Computer für einfache Aufgaben gedacht: Browser, Office-Anwendungen, ältere Spiele, Musik, Videos, Skype, Photoshop und Ähnliches. Dank des niedrigen Stromverbrauchs kann er sich durchaus für den Dauerbetrieb eignen.


Das war's. Wie immer freue ich mich auf Fragen und Kommentare und hoffe, dass der Test hilfreich war.

Es gibt den Gutscheincode GBAK11, mit dem der Preis auf 129.99 sinkt. Ich habe ihn geprüft, er funktioniert. Wie lange noch, ist allerdings unklar. Für diesen Preis ist das meiner Meinung nach ein wirklich tolles Angebot.
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Fragen und Antworten

Welchen Prozessor verwendet der ACEPC AK1?

Verbaut ist ein Intel Celeron J3455 auf Basis von Apollo Lake mit 1,5 GHz und bis zu 2,3 GHz im Turbomodus.

Kann man beim ACEPC AK1 Arbeitsspeicher oder Speicherplatz erweitern?

Der Arbeitsspeicher ist mit 4 GB fest vorgegeben und lässt sich nicht erweitern. Als Speicher stehen 32 GB eMMC, ein mSATA-Anschluss und ein SATA-Anschluss für ein Laufwerk im separaten Modul bereit.

Wird der ACEPC AK1 heiß und für welche Aufgaben eignet er sich?

Laut Autor tritt bei normalem Betrieb keine Überhitzung auf; der Lüfter ist häufig ausgeschaltet oder läuft langsam. Der PC eignet sich für einfache Aufgaben wie Surfen, Büroanwendungen, Videos und ältere Spiele.


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